Entwicklung der Eisenbahn

Die Eisenbahn als Transportmittel

Der Begriff Eisenbahn tauchte erstmals 1801 auf und bezeichnete eiserne Wege, die dem Gütertransport dienten. Die ersten Züge verkehrten erst etwas später. Die ersten Eisenbahnfahrzeuge waren Lokomotiven, die aus Holz gefertigt waren.

Die Anfänge

Der britische Ingenieur Richard Trevithick baute im Jahr 1804 die erste brauchbare Lokomotive. Sie bestand aus einem einfachen Fahrgestell, auf dem eine Dampfmaschine montiert war. Diese Lokomotive wurde in einem Eisenwerk eingesetzt und diente als Zugmaschine für fünf Waggons, die rund 70 Tonnen Eisen transportierten. Im Jahr 1825 verbesserte der britische Ingenieur George Stephenson die Lokomotive und baute die erste Eisenbahnstrecke der Welt. Diese Eisenbahn verkehrte zwischen den englischen Ortschaften Stockton und Darlington. In Deutschland wurde die erste Eisenbahnstrecke 1835 gebaut und führte von Nürnberg nach Fürth. In den folgenden Jahren wurden immer mehr Eisenbahnen ins Leben gerufen. Viele davon waren privat finanzierte Strecken. Vor allem in Deutschland und Österreich wurden die meisten Eisenbahnen jedoch vom Staat betrieben.

Die Geschwindigkeit

Am Anfang waren die meisten Lokomotiven sehr langsam. Sie erreichten maximal die Geschwindigkeit einer Pferdekutsche. Die erste schnellere Lokomotive war die Rocket. Sie wurde auf der Eisenbahnstrecke von Manchester nach Liverpool eingesetzt und erreichte eine Höchstgeschwindigkeit von 48 km/h. Im Jahr 1848 wurde in Frankreich eine neue Lokomotive entwickelt. Sie erreichte bereits eine Spitzengeschwindigkeit von 126 km/h. Diese Züge waren dampfbetrieben. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurden die ersten Elektrolokomotiven gebaut, die in der Folgezeit immer häufiger zum Einsatz kamen. Im Jahr 1889 erreichte ein elektrischer Triebwagen in Baltimore (USA) eine Geschwindigkeit von 189 km/h. In Deutschland entwickelte das Unternehmen AEG eine Lokomotive mit Drehstromantrieb. Diese fuhr mit einer Höchstgeschwindigkeit von 210 km/h.

Züge als Transportmittel

Eisenbahnen dienten hauptsächlich als Transportmittel für die Industrie. Zunächst wurden damit Eisen und Rohstoffe von Bergwerken in Industrieanlagen transportiert. Später kamen Züge auf, die dem Personenverkehr dienten. Vor allem das Militär interessierte sich für die Züge, die in Kriegen als wichtiges Transportmittel für Waffen, Munition, Proviant und Soldaten eingesetzt wurden. Der Erste Weltkrieg war jedoch ein Stellungskrieg. Die meisten Truppen bewegten sich nur wenig von den Bahnhöfen weg. Doch im Zweiten Weltkrieg fungierten die Züge als wichtiges Transportmittel.

Die Rolle der Eisenbahn heute

Heute gibt es moderne Hochgeschwindigkeitszüge mit Geschwindigkeiten von bis zu 600 km/h. Doch die Bedeutung der Eisenbahn ist in den letzten Jahrzehnten etwas zurückgegangen. Mobilität ist meist individuell. Außerdem gibt es heutzutage zahlreiche Möglichkeiten, online zu kommunizieren, anstatt mit dem PKW, Zug oder Flugzeug unterwegs zu sein, um ein Unternehmen oder einen Ansprechpartner zu erreichen. Durch die Entwicklung von Elektroautos erhält der Individualverkehr wieder neuen Schwung.

Welche Rolle die Eisenbahn in Zukunft spielen wird, bleibt abzuwarten. Im Güterverkehr spielen Züge eine wichtigere Rolle als im Personenverkehr. Deshalb ist es nicht auszuschließen, dass die Züge in naher Zukunft wieder hauptsächlich dem Gütertransport dienen werden. Da die meisten Bahnlinien bereits privatisiert sind, spielt der Wettbewerbsdruck eine große Rolle. Mit dem Güterverkehr machen die Bahngesellschaften derzeit mehr Umsatz als mit dem Personenverkehr.

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